Solidarische Landwirtschaft- Neues Modell für nachhaltige Ernährung

Info und Erlebnistag am 29. Mai auf dem Lindenhof

„Du bist was du isst“, lautet ein altes Sprichwort. Die Solidarische Landwirtschaft (kurz CSA- Community Supported Agriculture) bietet einen neuen Zugang zu Ernährung, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft. Das Prinzip ist denkbar einfach: Eine Gruppe von Menschen bezahlt einen fixen monatlichen Beitrag und ermöglicht damit die Bewirtschaftung eines landwirtschaftlichen Betriebes. Angebaut wird ausschließlich für die Gemeinschaft. Die Erträge werden in den gewünschten Mengen an die Mitwirkenden verteilt. Dieses Modell bietet erstaunliche Möglichkeiten für nachhaltige Entwicklungen vor Ort. Nachhaltigkeit definiert sich in der Regel über drei Bereiche:
  • Ökonomie
  • Ökologie
  • Soziales
In der Solidarischen Landwirtschaft wird das Geld vom Produkt entkoppelt. Bezahlt wird nicht pro Tomate, sondern pro Monat. Dies ermöglicht einen neunen Zugang zu Nahrungsmitteln und eröffnet einen Raum jenseits des berechnenden Verstandes. Wir sind es gewohnt zu fragen: „Was kostet das?“ „Was bringt mir das?“ und bewegen uns mit diesen Fragen in den Begrenzungen des rationalen Verstandes.
Erste Ernte 2014 - Solidarische Landwirtschaft FrankfurtDie Mitglieder der solidarischen Landwirtschaft spüren instinktiv, dass das Gemeinschaftsmodell neue Räume des Wirtschaften und der Gemeinschaft eröffnet. An den Verteilstationen ist jeder gefordert in Eigenverantwortung seinen Wochenbedarf an Obst und Gemüse selbst abzuschätzen und entsprechend sich zu versorgen. Ist es zu viel? Zu wenig? Was ist mein Anteil? Das sind Fragen, die sich Neulinge oft stellen. Doch schon bald entwickelt jeder ein Gespür für sich selbst und die Gruppe und ist in der Lage seinen Verbrauch gut abzuschätzen.

Neben diesen rein wirtschaftlichen Überlegungen wird soziales Verhalten neu eingeübt und der Einzelnen reflektiert sich immer wieder in der Gruppe. Die Sinnhaftigkeit von „Privateigentum“  wird in Frage gestellt oder wie bereite ich Topinambur zu? sind konkrete Themen die neben der Gemüseauswahl diskutiert werden. Dass in Bio und Demeter Qualität angebaut wird versteht sich von selbst. Und lange Transport- und Lagerwege fallen genauso weg, wie industrialisierte Verarbeitungsprozesse. Wer Lust hat kann mit machen und beim Pflanzen und Ernten dem Gärtner auf dem Feld zur Hand gehen.

Alles zusammen bietet die Solidarische Landwirtschaft neue Möglichkeiten sich in einer Gemeinschaft gesund zu ernähren und nachhaltige Wirtschaftskreisläufe in der Region zu fördern.

Am 29. Mai stellt sich der Lindenhof in Ober Ramstadt mit seinem Projekt der Öffentlichkeit vor.


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