Melanie bloggt

Zurück zur Lebendigkeit

Ich fand vor einiger Zeit einen Text vor mir, der überschrieben war mit dem schlichten Titel „Zurück“. Er beschreibt das Verstecken meines Selbst vor der Welt, getrieben von dem inneren Gefühl, nicht gut genug zu sein. Folgendes Zitat ist aus diesem Text: „Ich verachtete meinen Mann dafür, dass er sich mit dem Teil von mir zufrieden gab, den ich ihm zeigte. Dabei tat er dies keine Sekunde lang. Wir oft hörte ich von ihm: Ich möchte die Frau sehen und spüren, die da noch in dir drin ist. Was ich dann wiederum hörte war: Hab ich doch recht, das, was er sieht reicht ihm nicht und ist nicht gut genug und das Innen, das eigentlich Ich, ist ja noch viel schlimmer.“

Lebendigkeit

Lebendigkeit

In dieser Dynamik bewegte sich meine Beziehung einige Jahre lang. Ich bekam Angst und verschloss mich immer mehr, so lange, bis ich meine eigenen Gefühle kaum noch wahrnehmen konnte. Von Lebendigkeit keine Spur.

Rückblickend frage ich mich gerade, wie kam ich denn „zurück“? Wie kam ich aus der Angst in die Lebendigkeit? Ich hätte so gerne ein simple, leicht verständliche Antwort, die ich weitergeben kann, aber wisst ihr was? Ich weiß es nicht!

Ich weiß, dass ich anfing, mich nicht mehr meinen Ängsten auszuliefern, ich begann sie zu erfahren. Das steht nun auch in jedem x-beliebigen spirituellen Ratgeberbuch, aber genau so war es.

Ich erinnere mich an einen Tag, an dem ich vor Angst und seelischem Schmerz kaum aufstehen konnte. Ich weinte und weinte, schlief vor Erschöpfung ein und wurde weinend wieder wach. So ein Tag geht rum. Simple. Ich hatte meine Angst erfahren, sie gespürt, direkt. Mein Verstand hat mir keine Geschichten erzählt, von was wäre wenn,… Nein, mein Körper hat Angst gespürt, eine ziemlich lange Zeit. Und dann? Bin ich aufgestanden und ich schwöre, ich war 5 cm größer. 😉 Die Angst geht nicht weg, sie ist ja Teil von mir, mein Arm ist auch nicht weg, nur weil er mal weh tut. Sie kommt und geht und ich kann sagen: Hi! Kann sie mir anschauen und begrüßen wie einen alten Freund und ihr meine Aufmerksamkeit schenken. Mittlerweile sind es immer weniger Momente, in denen sie auftaucht und mein Körper erinnert sich an die Größe, die ich hatte, als ich wieder aufstand.

Da „draußen“ ist nichts, vor dem ich Angst haben muss. Da „draußen“ ist nichts, das mir weh tun kann.

So kam ich also zurück in meine Lebendigkeit, indem ich mich meinen Ängsten stelle und darin meine Größe erkenne.

Zurück kommen in meine Lebendigkeit bedeutet für mich auch, mich abzugrenzen. Ja, deutliche Grenzen ziehen. Doch davon mehr im nächsten Blog.

Habt euch lieb! Melanie.


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